Der peinliche Weihnachtsman

Verfasst am 6.12.2010 von Felix de Ruiter

Er war unpünktlich, unvorbereitet und insgesamt einfach nur peinlich: der Auftritt als Weihnachtsmann von Marc Terenzi auf der Krebstation der Kinderklinik im Unviversitätsklinikum Düsseldorf. Es ging ja schon damit los, dass der gute Herr es offenbar nicht für nötig hielt, seine Planung an die winterartigen Wetterverhältnisse anzupassen und einfach mal über eineinhalb Stunden zu spät kam. Schreiende, weinende, ungeduldige Kinder nimmt so ein berühmter Popstar natürlich in Kauf – ist doch klar!

Die netten Damen, die sich auf der Station um die Organisation kümmerten, versuchten, die Wartezeit auf den verspäteten Weihnachtsmann zu verkürzen, indem schon einmal vorab mit allen Anwesenden Lieder gesungen und Gedichte vorgetragen wurden. Als der gegelte Teenieschwarm dann endlich eintraf, stellte sich heraus, dass dieser offenbar gar keine Ahnung hatte, was er hier tun sollte, weil er nicht einmal ein Kostüm dabei hatte. ohne Kostüm eintraf. Erst hieß es, er wolle so kommen, was unsere Veranstalter aber nicht akzeptieren konnten. So wurde ihm ein Weihnachtskostüm zur Verfügung gestellt. So konnte man den sehr kulanten Marc Terenzi doch noch davon überzeugen, als Weihnachtsmann verkleidet aufzutreten.

Nun waren die Kinder endlich zufrieden: Der Weihnachtsmann war da – mit seinem roten Mantel, der Zipfelmütze und seinem weißen Rauschebart. Allerdings kann natürlich niemand von einem millionenschweren Popstar erwarten, die Illusion des Weihnachtsmannes für die Kinder lange aufrecht zu erhalten. Und so kam es, dass Marc Terenzi sich bereits nach der Begrüßung des Mantels, der Zipfelmütze und auch des Barts entledigte. Ist ja auch verdammt unbequem so ein Weihnachtsmannkostüm und außerdem kommt so eine schmierig nach hinten gegelte Sängerfrisur auf den Pressefotos natürlich viel besser rüber.

Ich habe noch einige Minuten dabei gestanden und zugesehen, bin dann aber recht bald zurück auf mein Zimmer gegangen. Dieses unverschämte, verlogene und absolut Peinliche Presseevent konnte ich mir nicht länger geben. Ich bin gespannt, was morgen in der Bildzeitung steht über Marc Terenzis tollen sozialen Auftritt im Krankenhaus…

Fröhliche Weihnachten…

PS: Vielen Dank an alle, die ich ob dieses Artikels mit Lob überhäufen. :)

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CRP, Antibiotikum und Krüppelhardware

Verfasst am 4.12.2010 von Felix de Ruiter

Vor Kurzem musste ich überraschenderweise statt eines Tages ganze vier Tage im Krankenhaus verbringen: Bei einer Routineuntersuchung meines Knochenmarks war festgestellt worden, dass sich meine Leukämiezellen innerhalb von zwei Tagen schlagartig vermehrt hatten. So standen statt der etwa 2000 weißen Blutkörperchen vom Dienstag auf einmal satte 30000 zu Buche.

Gesunde Menschen haben in der Regel 4000 bis 10000 weiße Blutkörperchen, die allerdings bei einer Grippe oder einem Infekt auch schon mal in größerer Anzahl vorhanden sind. Leukämiepatienten haben bei der Diagnose oft weit über 50000, wobei es bei mir damals aufgrund der sehr frühen Diagnose “nur” rund 28000 waren.

Während der Therapie kommt man selten über 2000 bis 3000 Leukozyten (weiße Blutkörperchen) hinaus. Umso mehr war ich geschockt, als ich erfuhr, dass ich plötzlich wieder so viele hatte. Dieser Vorfall hat natürlich wieder einmal alles über den Haufen geworfen und die Ärzte haben mir direkt eine fette Chemo reingeknallt, die ich bis dato noch nicht bekommen hatte.

Die Folgen bekomme ich momentan zu spüren: Mundschleimhautentzündung, starke Schmerzen in der Speiseröhre und natürlich eine Infektion, aufgrund derer ich mich seit gestern früh wieder stationär im Krankenhaus befinde. Gegen die sehr nervigen Schmerzen habe ich einen Schmerzmittelbeipass aus Tramal und Novalgin bekommen, der seither den ganzen Tag über läuft und wirklich gut hilft.

Einzig das Essen bereitet noch Schmerzen, aber ansonsten geht es. Desweiteren bekomme ich mehrfach täglich Antibiotika, welche die bakterielle Infektion bekämpfen sollen. Was genau das für eine Infektion ist, weiß keiner. In der Regel können die Ärzte das nicht sagen. Man sieht nur im Blutbild, dass der CRP-Wert erhöht ist und reagiert entsprechend. CRP steht für “C-reaktives Protein” und wird meist Entzündungswert genannt. Normalerweise liegt dieser Wert bei unter 0,3. Ab etwa 5,0 werden Krebspatienten von den Ärzten einkassiert und zur Antibiotikumtherapie auf die Station verfrachtet. Mein Wert lag gestern bei 18,36, sodass man auch nicht mehr diskutieren konnte, ob ich wirklich stationär bleiben muss.

Gerade eben hat mir ein Arzt Blut abgenommen und ich bin schon gespannt auf das Blutbild und vor allem darauf, ob mein CRP-Wert bereits gesunken ist.

Die Uhrzeit stimmt hier im Krankenhaus-Computer übrigens nicht: Sie geht etwa eine Stunde und fünf Minuten vor. Ich bin allerdings erstaunt, dass das Backend von WordPress (meiner Blog-Software) auf dieser Krüppel-Hardware, die bei jedem kleinen Popup oder Flash-Filmchen sofort abstürzt, so gut läuft und sogar korrekt dargestellt wird. Dieser Krankenhaus-Computer ist nämlich so eine Art Drei-in-eins-Gerät für TV, Radio und Internet. “Internet” bedeutet in dem Falle, dass hier eine extrem abgespeckte Linux-Version ohne Desktop oder sonstwas läuft, die nur einen völlig veralteten Mozilla Firefox 2 bereitstellt. Hinzu kommt, dass für alle Stationen lächerliche 256 MB Arbeitsspeicher zur Verfügung stehen. Entsprechend langsam und absturzgefährdet ist das ganze.

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Zwischenstand

Verfasst am 10.11.2010 von Felix de Ruiter

Es ist einige Zeit vergangen seit meinem letzten Eintrag. In dieser Zeit ist viel passiert: Die mit feinsten Röstaromen veredelte Grafikkarte funktionierte nach einigen Tagen der Ruhe wieder und werkelt seither wieder in meinem Rechenknecht. Die kurze Zeit mit Schrottgrafikkarte war sehr hart für mich, da ich damit nichts zocken konnte, aber damals große Lust darauf hatte.

Desweiteren hat sich bei mir gesundheitlich leider wieder eine miese Situation eingestellt: Die Leukämie, gegen welche ich bereits seit zweieinhalb Jahren kämpfe, ist am 20. Oktober zum zweiten Mal zurückgekehrt und das nach einer Knochenmarktransplantation! Diese elenden Krebszellen denken wohl, ich hätte nichts besseres zu tun, als immer nur zuhause und im Krankenhaus rumzuhängen, Schmerzen und Übelkeit zu haben und überhaupt.

Falsch: Ich hatte mich sehr darauf gefreut, nächstes Jahr endlich meine Ausbildung zum Mediengestalter zu beginnen und meine größte Leidenschaft, die Webentwicklung, zu meinem Beruf zu machen. Außerdem hatte ich gerade die aufgrund meines ersten Rückfalls im letzten Jahr pausierten theoretischen Lerneinheiten für den Führerschein wieder aufgenommen. Auch das kann ich nun knicken.

2011 wird vermutlich nicht das Jahr des Durchstartens, das ich mir erhofft hatte. Falls mich meine dritte Therapie und anschließende zweite Knochenmarktransplantation endlich heilen, werde ich alle Hebel in Bewegung setzen, 2012 endlich meine Pläne in die Tat umzusetzen, ein eigenständiges Leben zu führen.

Klar, es ist schön, zuhause zu sein und keine Verpflichtungen zu haben, aber ich will nicht immer nur für mich alleine produktiv sein, indem ich Webentwicklung betreibe oder für meine Freunde und Verwandte koche. Ich möchte endlich raus und arbeiten gehen, mein eigenes Geld verdienen und nach meiner Ausbildung einen eigenen Haushalt haben. Ich will leben und dafür kämpfe ich!

Auch wenn ich mittlerweile ohne Partnerin dastehe, lasse ich den Kopf nicht hängen: Ich halte mich fest an den Dingen, die ich habe und mache das beste aus meiner Situation. Ich habe drei kleine Katzen, die mir jeden Tag Freude bereiten, ich treffe mich regelmäßig mit Freunden und bin seit ein paar Monaten gefeierter Hobbykoch.

Mein Herz und meine Seele sind voller Liebe, ich will jeglichen Hass aus meinem Leben tilgen. Ich weiß nicht, ob ich je wieder gesund werde, und ich möchte die Zeit, die ich lebe nicht mit negativer Energie verschwenden. Ich bin glücklich, am Leben zu sein, ganz egal, was noch kommt. Falls ich wieder gesund werde, umso besser, aber falls nicht, dann werde ich dankbar sein für die Zeit, die ich leben durfte.

Es fällt vielen Leuten schwer, meine Lebenseinstellung nachzuvollziehen, aber ich bin der Ansicht, dass jeder diese Einstellung haben sollte, da man nicht erst Krebs haben müssen sollte, um sich klar zu machen, dass das Leben jederzeit plötzlich vorbei sein kann. Ich war schon vor meiner Erkrankung ein Mensch, der jeden Tag in Dankbarkeit für sein Leben aufgestanden und schlafen gegangen ist, aber in den zweieinhalb Jahren auf der Krebsstation hat sich diese Dankbarkeit noch einmal deutlich vergrößert.

Ich habe einige Menschen kennengelernt, die der Reihe nach von dieser Welt geschieden sind, weil sie die Krankheit nicht besiegen konnten. Der Tod jedes einzelnen ist mir sehr nahe gegangen. Aber umso dankbarer bin ich, dass ich noch am Leben bin.

Ich bin glücklich.

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Ich liebe dich, native Auflösung

Verfasst am 24.09.2010 von Felix de Ruiter

Gestern hielt ich mich für schlau und weil ich das schon einmal erfolgreich erledigt hatte, wollte ich den Lüfter meiner Grafikkarte gegen ein leiseres Modell austauschen. Ich befolgte jeden Schritt der beiliegenden Anleitung und rubbelte sogar die Spannungswandler auf der Platine ordentlich mit einem Radiergummi ab, damit – so die Anleitung – die Kühler besser auf den Spannungswandlern halten.

Nach dem Einbau startete ich meinen PC und war zufrieden ob des vermeintlich erfolgreichen Einbaus. Nach einem Testlauf im Furmark, einem Belastungstest für Grafikkarten machte sich hingegen Ernüchterung breit: Der Bildschirm empfing auf einmal kein Signal mehr und wurde Schwarz wie der Mitesser eines pubertierenden Jünglings. Nach einem missglückten Neustart baute ich wieder den alten Lüfter auf meine Grafikplatine und siehe da: Es ging immer noch nicht. Die Grafikkarte ist wohl hinüber. Der Grund: Obwohl ich strikt nach Anweisung vorgegangen war, hatten die kleinen Kühlklötze auf den Spannungswandlern nicht gehalten und waren zu großem Anteil wieder abgefallen, was wohl den Hitzetod verursachte.

Nun stehe ich da mit frisch gegrillter Grafikkarte und überlege mein weiteres Vorgehen. Zurzeit habe ich die Grafikkarte meines alten Rechenknechts eingebaut, den eigentlich meine Mutter zum Internetsurfen benutzt. Sie muss dann wohl vorerst mit dem alten PC meiner Schwester Vorlieb nehmen, bis ich Ersatz beschafft habe.

Das Ganze ist mir ziemlich unangenehm, weil meine Mutter sich nur sehr ungern umstellt und nun erst einmal ohne ihre Lesezeichen auskommen muss. Ich hoffe, sie kann sich damit arrangieren und wird mir nicht allzu böse sein. Immerhin hatte ich ihr meinen alten PC nur geliehen und nicht geschenkt, womit ich immer noch volles Verfügbarkeitsrecht darüber habe.

Soeben freute mich natürlich erst einmal extrem ob der nativen Auflösung, welche ich nun, nach der Installation des Grafiktreibers für meine neue alte GeForce, wieder in vollen Zügen genießen kann.

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Cossacks unter Windows 7 (Nachtrag)

Verfasst am 21.09.2010 von Felix de Ruiter

Eine viel bessere Lösung für die Probleme mit Cossacks 1 unter Windows 7:

Mang lege mit dem Windows-Editor (Notepad) eine Windows-Batch-Datei mit folgendem Inhalt an und kopiere sie in das Hauptverzeichnis des Spiels. Anschließend erstelle man eine Verknüpfung auf diese Datei, zum Beispiel auf dem Desktop oder im Startmenü.

Inhalt:

taskkill /f /IM explorer.exe
Start DMCR.exe
pause
start explorer.exe

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Cossacks unter Windows 7 spielen

Verfasst am 29.08.2010 von Felix de Ruiter

Mein Lieblinbgsechtzeitstrategiespiel ist Cossacks – The Art of War. Es ist schon fast 10 Jahre alt, aber in seiner taktischen Tiefe nahezu unerreicht, wie ich finde. Unter Windows 7 macht das Spiel allerdings Probleme, die unter Vista noch nicht aufgetreten waren: Hin und wieder schaltet das Spiel offenbar in eine art 4-Bit-Farbmodus und sieht dann einfach schrecklich aus und ist unspielbar.

Bisher habe ich dies immer so gehandhabt, dass ich bei einem solchen Grafikfehler ins Hauptmenü gegangen und von dort aus neu geladen habe, womit das Problem erst einmal beseitigt war, aber jederzeit wiederkehren konnte. Nun habe ich die Lösung gefunden: Einfach vor dem Start des Spiels die explorer.exe beenden. Ich erledige das im Task-Manager, von wo aus ich dann auch das Spiel starte.

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“Full Metal Jacket”-Veralberung

Verfasst am 8.08.2010 von Felix de Ruiter

Ich habe bewusst die im Internet sehr weit verbreitete Alternative für den Begriff "Veralberung" gemieden. Das ist schließ ein anständiges Blog hier! Allerdings kann ich nicht leugnen, dass ich folgende extrem vulgären Neusynchronisationen ausgesprochen lustig finde. Gut, dass andere Leute so etwas machen. Ich traute mich dies nicht!



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